Tag 3: Oslo

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Für die zwei Tage in Oslo kaufen wir den Oslo-Pass. Er kostet für zwei Tage pro Person 340,- NOK, also umgerechnet etwa 44,- €. Darin enthalten sind die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, sowie zahlreiche Ermäßigungen für Museen. In unserem Fall rechnet sich der Oslo-Pass in jedem Fall.

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Ziel des ersten Tags in Oslo ist die Museums-Halbinsel Bygdøy. Auf der Museumsinsel finden sich insgesamt fünf Museen: das Norsk Folkemuseum (norwegische Freilichtmuseum), das Wikingskipshuset (Wikingerschiffs-Museum), das Kon-Tiki-Museum, das Fram-Museum und das Norsk Sjøfartsmuseum (Seefahrts-Museum). Letzteres ist jedoch im Mai 2011 wegen Umbau geschlossen. Aufgrund der unterschiedlichen Öffnungszeiten bietet es sich an mit dem Wikingskipshuset zu beginnen.

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Im Wikingerschiffsmuseum finden sich drei sehr gut erhaltene Wikingerschiffe, die über 1000 Jahre alt sind. Sie wurden in Hügelgräbern zusammen mit ihren Besitzern begraben. Das älteste Schiff, das Osebergschiff, stammt aus dem Jahr 820 n. Chr.. Das jüngste der drei Schiffe, das Tuneschiff, stammt etwa aus dem Jahr 900 n. Chr. Sie zählen zu Norwegens größten Kulturschätzen und wurden in den Jahren 1867, 1880 und 1904 bei Ausgrabungen entdeckt. Neben den Schiffen befinden sich zahlreiche Grabbeigaben im Museum.

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Das zweite Museum des Tages ist das Norsk Folkemuseum. Hier kann man sich wunderbar die Füße platt laufen. Wir orientieren uns ausgehend vom Haupteingang im Gegenuhrzeigersinn. So können wir die Häuser und Dörfer ihrem Alter nach in chronologischer Reihenfolge besichtigen.

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Die Runde beginnt mit einigen Höfen aus der Mitte des letzten Jahrtausends. Auf einem kleinen Hügel befindet sich die Gol-Stabkirche aus dem Jahr 1200 n. Chr., die 1884 nach Oslo versetzt wurde.

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Eine Dame in Tracht erklärt uns, dass es in Norwegen früher hunderte Stabkirchen gegeben habe. Die meisten wären jedoch schon im 20. Jahrhundert von der Bildfläche verschwunden. Die knapp 30 noch originalgetreu erhaltenen Kirchen müssen zudem gegen Brandstiftung geschützt werden.

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Während wir die Runde gegen den Uhrzeigersinn weiter laufen, werden die Gebäude immer moderner. Auf dem nebenstehenden Bild sieht man zum Beispiel einen Wohnraum, in dem es bereits Fenster aus Glas und eine Standuhr gibt.

Die Lagerhäuser wurden in Norwegen, ähnlich wie in den Alpen, auf Pfählen erbaut. So konnte man die eingelagerten Waren auch im Winter vor Feuchtigkeit (auch von unten) oder gegen Einschneien schützen.

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Zum Schluss der Runde laufen wir durch die kleine Ortschaft Gamlebyen. Der Ort ist eine Zusammenstellung rekonstruierter Gebäude aus dem Oslo des 20. Jahrhunderts. Es gibt eine Tankstelle, einen Delikatessen-Laden, ein Weinkontor, eine Apotheke, mehrgeschossige Stadthäuser und viele mehr aus unterschiedlichen Dekaden des letzten Jahrhunderts.

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Die dritte Station des Tages ist das Kon-Tiki-Museum. Dort sind die Kontiki, ein Balsaholz-Floß und die Ra-II, ein Papyrus-Boot zu bestaunen, mit denen der Norweger Thor Heyerdahl Mitte des 20. Jh. Pazifik und Atlantik überquert hat.

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Da Thor Heyerdahl auf der Fahrt mit der Kon-Tiki im Pazifik einen Walhai unter dem Schiff gesichtet hat, wurde im Museum ein entsprechendes Exponat unter der Kon-Tiki angebracht. Es vermittelt die Dimensionen und zeigt, wie labil das Floß insgesamt gewirkt haben muss.

Die letzte Station des Tages ist das Fram-Museum. Die Fram ist das Polarschiff des Polarforschers Fridtjof Nansen. Es ist besonders stabil gebaut und hat eine besondere Rumpfform, damit das Schiff beim Einfrieren ins Packeis nicht zerstört wird.

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Fridtjof Nansen ließ sich mit dem Schiff bei knapp 79° nördlicher Breite einfrieren, um den Nordpol zu erreichen. Er schaffte es jedoch nur bis zum 86. nördlichen Breitengrad.

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1911 nutzte Roald Amundsen die Fram, um sich mit dem Schiff zur Bucht der Wale an die Antarktis bringen zu lassen. Sie starteten von dort ihre Expedition zum Südpol und erreichten selbigen ein paar Tage vor der Expedition der Amerikaner rund um Robert Falcon Scott. Die Fram wartete derweil in den Gewässern der Antarktis.

Direkt auf der Rückseite des Fram-Museums befindet sich ein Anleger. Von hier lassen wir uns mit einem kleinen Kahn ins Stadtzentrum von Oslo bringen. So haben wir die Möglichkeit die Füße nach dem langen Tag hochzulegen und Oslo in aller Ruhe vom Wasser aus zu genießen. Wir sind an diesem Abend ziemlich erschossen und lassen den Tag mit einem Glas Wein ausklingen.

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Der Tag in Fakten:

Campingplatz: siehe Tag 2

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