Tag 22: Oslo bis Frederikshavn

Tag 22: Oslo - Frederikshavn
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Der letzte Tag in Norwegen. Heute schlafen wir noch einmal richtig aus. Der Wohnmobil-Stellplatz ist dermaßen ruhig, dass trotz Sonnenschein das Aufstehen recht schwer fällt.

Immerhin sind wir um kurz vor 11 Uhr an der Skisprungschanze am Holmenkollen. Die Schanze wurde erst 2010 für die 2011 anstehende Weltmeisterschaft umgebaut. Die Sprungschanze ist ein architektonisch irres Bauwerk. Leider können wir wegen der Bauarbeiten nicht auf die Besucherterrasse im Kopf der Schanze. Aber selbst von unten bekommt man einen Eindruck von der Größe der Schanze. Das Besondere an dieser Schanze ist der Kessel, in den die Skispringer hineinsegeln.

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Im Unterbau der Schanze befindet sich das Skimuseum. Dort erfahren wir viele Details zur Entstehungsgeschichte des Skilaufens. Frei nach dem Motto: „Wer hat’s erfunden?“, „Die Norweger!“, und zwar schon 4000 v. Chr.! Im Skimuseum findet sich wieder der Bezug zu den Felszeichnungen in Alta. Zudem wird erklärt, dass Skier in der Vergangenheit natürlich nicht als Sportgerät verwendet wurden. Sie dienten bäuerlichen Gemeinschaften, im Winter hohe Berge und Plateaus zu überwinden. Skier spielten natürlich auch eine entscheidende Rolle bei der Jagd und beim Fallenstellen. Seit dem 17. Jahrhundert wurden Skier auch militärisch eingesetzt. Mitte des 19. Jahrhunderts begann dann in der Telemark das Skifahren zum Freizeitsport zu werden. Anfang des 20. Jahrhunderts waren es die Skier, die es Forschern wie Fridtjof Nansen überhaupt erst ermöglichten ihre Abenteuer zu bestehen.

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Die Geschichte des Skifahrens wird außerdem anschaulich anhand zahlreicher Modelle aus den unterschiedlichen Epochen und Regionen Norwegens dokumentiert. Im Obergeschoss werden unter anderem Modelle der unterschiedlichen Ausbaustufen des Holmenkollen und die Skikleidung der königlichen Familie ausgestellt. Letzteres finden wir dann nicht mehr so spannend.

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Vom Holmenkollen geht es mit dem Wohnmobil in die Stadt. Wir hatten uns in den ersten zwei Tagen in Oslo noch die Akershus-Festung aufgespart, die wir jetzt besuchen wollen. Die Suche nach einem für Wohnmobile geeigneten Parkplatz gestaltet sich allerdings als eine echte Herausforderung. In Oslo wird im Moment scheinbar der gesamte am Fjord gelegene Teil der Stadt in einem Rutsch umgebaut.

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Es gibt eigentlich keine Straße ohne Baustelle und in vielen Fällen geraten wir immer wieder in einen Wirrwarr aus Einbahnstraßen.

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Schließlich werden wir jedoch direkt an der Festungsmauer fündig. Gegen die Parkgebühren, die wir an dieser Stelle zahlen müssen, sind die Parkhäuser in den meisten größeren Städten in Deutschland ein Schnäppchen. Während die Stunde in Deutschland vielleicht 2 €, in einigen Fällen 3 € kostet, werden am Akershus-Schloss umgerechnet 6 € die Stunde fällig. Immerhin sind wir auf diese Weise schon fast am Fähranleger.

Die Audio-Guide-Führung durch das Schloss ist echt schön gemacht. Neben den Erklärungen zu den einzelnen Räumlichkeiten gibt es auch immer wieder kleine Sagen und Gruselgeschichten rund um das Schloss. Dadurch vergessen wir ein wenig die Zeit und reizen unser Parkticket bis auf die letzte Minute aus.

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Im direkten Vergleich zum Oslo von vor zwei Wochen können wir im übrigen schon einen erheblichen Anstieg der Touristen-Population feststellen. Insbesondere auf den letzten Kilometern der vorhergehenden Tags, kurz vor Oslo, kamen uns schon Kolonnen von Wohnmobilen entgegen. Dadurch bekommen wir ein Gefühl davon, wie überfüllt Norwegen im Sommer sein muss. So kommen wir für uns zu dem Schluss, dass wir bis auf die wenigen Dinge, die wir wegen der saisonbedingten Öffnungszeiten nicht sehen konnten, mit unserer Planung alles richtig gemacht haben.

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Sicherlich wären 3 Tage für die Küstenstraße schöner gewesen. Natürlich hätten wir auch gerne auf den Ausfall der Lichtmaschine verzichtet. Aber es war trotzdem ein entspannter, intensiver und teilweise auch anstrengender Urlaub, den wir jederzeit genau so noch einmal machen würden.

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Tja, und am späten Nachmittag am Anleger der Fähre schließt sich der Kreis unserer Reise.

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Norwegen ist ein wunderschönes Land und wir blicken wehmütig zurück. Auf der anderen Seite freuen wir uns aber auch ein wenig darauf, die Füße auf dem eigenen Sofa hochlegen zu können.

Der Tag in Fakten:

Fähre: Stenaline
Oslo – Frederikshavn
Kosten für die Fähren: 271,- €
Mit Hinreise zusammen 422,-€

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