Chronologie einer Nachtschicht

Da die Nachschicht im letzten Herbst ausgefallen ist, wurde sie am letzten Wochenende, vom 26. auf den 27. April nachgeholt. Die „Erben Salomos“, wie wir uns nannten, waren Jennifer, Timo, Dana und ich. Start war dieses Jahr das Bergbaumuseum in Bochum. Da wir Rita und Manni zu Besuch hatten und beide auch gerne das Bergbaumuseum besuchen wollten, bot sich eine Kombination förmlich an. Also waren wir von 10:30 Uhr bis 15 Uhr im Bergbaumuseum. Danach meldeten wir uns bei der Nachtschicht an und legten los…

Eine Chronologie der Nachtschicht 2011:

  • 15:00 Uhr Bergbaumuseum
    Die Zettel werden verteilt, das erste Rätsel gleich mit, und es gibt eine MP3-Datei auf die Ohren, die jedoch nur Bestandteil eines Zusatzrätsels ist, mit dem sich noch Extra-Punkte holen lassen.
  • 15:20 Uhr Das erste Rätsel
    Gegeben ist eine Matrix aus Buchstaben. Dazu erhalten wir eine Startkoordinate und eine Rechnung (Addition). Wir müssen nur die in der Rechnung angegebenen Zahlen in der Matrix nach vorn laufen und erhalten unser erstes Ziel. War schön schnell in 10 Minuten gelöst: „Bochum Vereinsstraße“
  • 16:00 Uhr Station 2: Vereinsstr.
    Hier finden wir einen Strichcode, der uns in die Irre führt. Es sind abwechselnd dünne und dicke Linien, mal nach oben und mal nach unten geführt. Dabei denken wir (wie immer) viel zu kompliziert, denn dick, dünn, oben und unten haben mit der Lösung nichts zu tun. Die Anzahl der Striche ist:

    #,2,6,5,3,8,5,#,2,6,1,5,1,2,1,2,5,1,8,#

    …wobei Raute ein Worttrenner darstellt. Für uns war klar: 2 = B, also heißt das erste, wie auch schon in der letzten Lösung „Bochum“. Und das war unser Problem – zu lange falsch probiert. Die Lösung war dann nämlich:

    26,5,3,8,5 = Zeche und 26,15,12,12,5,18 = Zoller (das n fehlte).
  • Gegen 17:40 Uhr: Zeche Zollern
    Da hatten sich Jenny und Timo schon einen Zettel geholt und rätselten vor sich hin. Es ging darum in einem Muster aus 28 Buchstaben 7 Quadrate zu finden, so dass jedes Quadrat genau 4 Buchstaben eindeutig als Eckpunkte hatte. In der Reihenfolge von klein nach groß der Buchstaben ergab sich dann von oben und im Uhrzeigersinn gelesen das nächste Ziel. Das Schema (glaube ich) war:

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    Das Rätsel fand ich sehr gelungen. Hat aber auch ein bissl gedauert. Lösung: Volkspark Lüdgenddortmund.

  • Gegen 19 Uhr, Station 4: Volkspark Lütgendortmund.
    Gegeben war wieder eine Matrix aus Buchstaben. Titel 1 und ich, nichts kann uns teilen. Jenny kam sehr schnell auf die entscheidende Idee: Primzahlen. Ich hab’s dann leider verbockt, weil ich bei den Primzahlen die 2 vergessen hab. Dadurch kam bei unserem ersten Versuch heraus:

    1 i t t e r s

    … weiter haben wir nicht gemacht – das gab keinen Sinn. Es hätte

    „Rittersitz Langendreer“

    werden sollen. So’n Scheiß. Stattdessen fiel Dana auf, dass in den Buchstaben mit Abstand 2 das Wort Dortmund auftauchte. Dabei stellten wir fest, dass, wenn man zuerst jeden 2. Buchstaben nimmt und dabei wegstreicht und anschließend jeden dritten Buchstaben und dann wegstreicht und dann den Rest nimmt, erhält man folgenden Satz:

    „Euer nächstes Ziel ist nicht in Dortmund sondern ein Haus in Bochum“

    Das war ja mal echt eine geniale Erkenntnis. Wir waren kurz davor den Telefonjoker zu nutzen, als mir der Fauxpas mit der 2 auffiel. Es hätte alles so schnell gehen könne … ürgs.

  • Gegen 21:45: Station 5, Haus Langendreer
    Das Rätsel haben wir zuerst nicht gefunden. Aber nach einem Anruf eines anderen Teams erhielten wir den Tipp wo wir suchen müssen. Das Rätsel selbst war nett. Gegeben waren ein paar Symbole, die auf den ersten Blick aussahen wie Hebräisch. Jenny konnte sich aber daran erinnern, dass im Infoheft das Gebärdenalphabet abgedruckt war. Damit ließen sich die stilisierten Bilder zuordnen. Nächster Halt:

    Planetarium.
  • Gegen 23:30 Uhr: Station 6, Planetarium Bochum
    Dort gab es ein Kreuzworträtsel, das wir schnell gelöst hatten. Das Ziel lag um die Ecke:

    Bismarkturm im Stadtpark.
  • kurz nach 12 Uhr, Station 7, Bismarkturm im Stadtpark
    Bis hier waren die Rätsel toll. Aber jetzt sollte es frustrierend werden. Wir mussten in guter alter Nacht-Cache-Manier reflektierende Buchstaben suchen. 21 Stück in der Größe eines Cent-Stücks. Der Park ist 800m*400m, also 32ha groß. Nach 3 Stunden hatten wir selbst 16 der 21 Buchstaben gefunden. Mithilfe anderer Teams kamen wir auf 19 Buchstaben. Dabei stellte sich später heraus, dass dabei auch noch Buchstaben nicht mehr in Ordnung waren. Und es waren Buchstaben, die wir mit eigenen Augen gesehen hatten. Ein R hätte ein B und ein anderes E hätte ebenfalls ein B sein müssen. Damit konnten wir nur raten:

    CEKNRRÜ => BRÜCKEN und CEHMOU => BOCHUM.

    Nur beim mittleren Wort fehlten uns noch zwei Buchstaben. Wie wir später feststellten, waren es unglücklicher Weise der erste und der letzte. Um 4:30 Uhr hieß das Ziel:

    Bochum Westpark Brücken

    Jetzt hatten wir die Wahl: entweder 1:45 Stunden mit U-Bahn und NE oder laufen ~60 Minuten. Wir sind gelaufen.

  • Gegen 5:30 Uhr, Station 8, Westpark Bochum.
    Hier wählten wir eine der beiden Brücken (vom Plan) wahllos aus und liefen los. Am Ende der gewählten Brücke fanden wir den Zettel (N 51° 29.010′ E 7° 11.976′). Da wir am Eingang des Parks eine ARAL mit Petit Bistro gesehen hatten, entschieden wir uns das erste Mal diese Nacht den Zettel nicht vor Ort, sondern bei einem kleinen Frühstück zu lösen. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Auf den Rätselzetteln befand sich an der Unterkante immer ein kleiner dunkelgrauer Streifen mit einem Lösungskennwort der Station. Schlecht zu lesen und in der Regel zu ignorieren. Diesmal enthielt der dunkelgraue Balken jedoch eine Information, die wichtig gewesen wäre:

    Teil 1/3

    Also liefen wir gegen 6:15 Uhr, nach Kaffee, Kakao und ein paar süßen Teilchen, erneut in den Westpark. An der zweiten Brücke konnten wir Teil 2/3 (N 51° 28.823′ E 7° 11.846′) finden. Bloß bis auf ein paar kleinere Brücken, die wir abklapperten, konnten wir keine weitere Brücke finden. Heute morgen, beim Blick per GoogleEarth habe ich aber die vermeintliche Brücke entdeckt: N 51° 29.076′ E 7° 11.680′.

  • Gegen 7:15 Uhr, Abbruch
    Wir beschlossen abzubrechen. Die letzten zwei Stationen waren echt frustrierend und Dana und ich hatten keine Lust mehr. Jenny hätte gerne noch weiter gemacht und war sehr enttäuscht, dass wir nicht mehr wollten. Aber ich hoffe, dass Jenny bei der nächsten Nachtschicht trotzdem wieder mit uns zusammen rätseln wird.
  • Gegen 8 Uhr: Reinoldikirche in Dortmund
    Als wir in Dortmund ankamen entschieden uns noch an der Reinoldi-Kirche vorbei zu sehen. Da war jedoch keine Menschenseele. Ergo war noch keiner im Ziel – was uns auch nicht verwunderte. Denn egal wie gut du im Rätseln auch bist. Die ewige Lauferei im Stadtpark und im Westpark wird auch den schnellsten Teams nicht erspart gewesen sein. Und wer weiß was da noch kam.

Tja… das war die Nachtschicht. Wir haben dann Rita und Manni um halb 9 aus dem Bett geschmissen und gefrühstückt. Nachdem die beiden dann gegen 11 Uhr Richtung Heimat zogen, haben wir uns erst einmal 4 Stunden auf’s Ohr gehauen und den Rest des Tages im Garten gegammelt.

Auf die nächste Nachtschicht…

Dana & Jens

Wicked – Die Hexen von Oz

Dana und ich waren gestern in Wicked – Die Hexen von Oz in Oberhausen. Um es kurz zu machen: es ist ein wundervolles Musical.

Glinda - (c) Stage Entertainment

Es geht um die Leidensgeschichte der Hexe Elphaba, die mit grüner Haut geboren, ein Leben lang verspottet und von ihrem vermeintlichen Vater ignoriert wird. Hinzu kommt, dass sie sich für die Behinderung ihrer Schwester Nessa verantwortlich fühlt. Auch als Elphaba und Nessa an die Universität Glizz kommen ändert sich daran zunächst nicht viel. Durch eine für sie glückliche Verkettung von Umständen freundet sie sich mit der beliebten Glinda an. In dieser Zeit ist Glinda mit Fiyero, einem lebenslustigen Schönling, der lieber auf Partys als zu Schule geht, zusammen. Doch auch Elphaba verliebt sich in Fiyero, sieht jedoch gegen Glinda keine Chance und unterdrück daher ihre Gefühle.

Elphaba - (c) Stage Entertainment

Da Elphaba eine begnadete Hexe ist, bekommt sie eine Einladung vom Zauberer von Oz. In Oz soll sie als Test ihrer Magie aus einem alten Zauberbuch sprechen und für den Zauberer von Oz einem Affen Flügel wachsen lassen. Durch einen Trick – in der Nähe sind viele weitere Affen – erhält der Zauberer von Oz eine ganze Armee geflügelter Affen, die er als Spione einsetzen will. Dadurch erkennt Elphaba, dass der Zauberer von Oz nur ein alter Mann ist, der jedoch selbst nicht zaubern kann.

In Wut und Enttäuschung beschließt Elphaba ihre Fähigkeiten zu nutzen, um den Zauberer zu bekämpfen und den Tieren zu helfen.

Nach dem Tod von Nessa - (c) Stage Entertainment

Da der Zauberer von Oz fürchtet, dass Elphaba sein Geheimnis preisgeben könnte, sucht er nach einer Möglichkeit Elphaba zu vernichten. Da kommt ihm Glinda gerade recht, die von Fiyero auf ihrer Verlobungsfeier zugunsten von Elphaba verlassen wurde, denn Fiyero entdeckt in Elphaba seine wahre Liebe. Aus dieser Enttäuschung heraus erfährt der Zauberer von Oz, dass er Elphaba am besten durch ihre Schwester Nessa ködern kann.

Mit der Hilfe einer verbündeten Wetterhexe lässt der Zauberer von Oz durch einen Wirbelsturm ein Haus auf Nessa herabstürzen. Als Elphaba am Ort des Geschehens auftaucht, wird sie von den Wächtern des Zauberers erwartet. Nur mithilfe von Fiyero gelingt ihr schließlich die Flucht. Nur Fiyero muss sich den Wächtern ergeben.

In dem Wissen, besiegt zu sein, gibt Elphaba schließlich auf und bittet Glinda, nicht zu versuchen, ihren Namen reinzuwaschen, sondern sie als „Böse Hexe des Westens“ in den Köpfen der Menschen verbleiben zu lassen. Diese willigt ein und die Freundinnen trennen sich in Frieden und vergeben einander. Danach verschwindet Elphaba durch die sogenannte Hexenschmelze …

Fazit:die Vorstellung war ihr Geld definitiv Wert. Es ist eine imposante Inszenierung mit tollen Stimmen, schöner Musik, fasziniernden Kostümen und einer spannenden Geschichte, die sich toll in die Geschichte Der Zauberer von Oz von Lyman Frank Baum einbettet.

Dana & Jens

Kawasaki Zephyr IV

Hallo zusammen,

mein letzter Beitrag zu meinem Motorrad endete mit

Übrigens ist das Päckchen inzwischen da und ich hoffe am Wochenende Zeit für das Motorrad zu finden.

Das hat nur teilweise geklappt. Ich habe über den Winder dann die Ventile und die Kolben mit einer Kunststoffbürste gereinigt und anschließend den Zylinderkopf wieder aufgesetzt. Allerdings waren die Arbeitsabstände ziemlich groß, weil es mir die meiste Zeit im Schuppen zu kalt war. Nach dem Zusammenbau des Zylinderkopfes und der Nockenwellen habe ich dann direkt die Gelegenheit genutzt und die Ventilspiele kontrolliert. Insgesamt musste ich 4 Schims austauschen um nicht an der unteren Grenze für das Ventilspiel zu liegen. Die habe ich bestellt und erhalten. Dann passierte erstmal längere Zeit nichts mehr…

Am letzten Wochenende habe ich aber wieder Zeit für mein Motorrad gefunden. Bei dem schönen Wetter hab ich die Zephyr natürlich auf den Hof geschoben. Und dann ging es los:

  • Zuerst mussten Nockenwellen wieder ab, damit ich die Schims passend ersetzen konnte.
  • Dann kamen die Nockenwellen wieder drauf.
  • Anschließend wurde der neue Steuerkettenspanner eingesetzt und kontrolliert, dass die Steuerkette stramm sitzt und die Ritzel richtig zueinander stehen.
  • Abschließend das Ventilspiel nocheinmal kontrollieren – alles in Ordnung, Vertildeckel und Zündgeberdecker wieder drauf, fast fertig… (dachte ich)

Tja, … und dann stand ich vor dem ersten Problem: ich hatte aus Platzgründen die Zündspulen abgeschraubt und dabei überlesen, dass man sich merken soll, wie die Zündspulen angeschlossen sind. An der Zündspulen ist je ein blauer und ein schwarzer Kontakt. Die Anschlusskabel sind rot+schwarz für den einen Zündpunkt und rot+grün für den anderen Zündpunkt. Ich wusste jetzt weder, welches Kabelpärchen für 1+4, noch ob rot an schwarz oder rot an blau gesteckt werden muss. Eine Beschriftung an den Zündspulen existiert nicht. Über die Schaltpläne im DK-Schrauber-Buch habe ich zumindest klären können, dass links 1+4 mit rot+schwarz, sowie rechts 2+3 mit rot+grün zusammengehört. Normalerweise würde man annehmen, dass es keinen Unterschied macht, ob eine Spule +/- oder -/+ angeschlossen wird. Nach einer langen Suche im Internet habe ich aber eine passende Diskussion gefunden. Da heißt es:

Prinzipiell ist es in der „Praxis“ unbedeutend, wenn die Pole des Primärkreises vertauscht werden. Werden z.B. die Anschlüsse einer Spule vertauscht, wird dadurch zwar eine etwas geringere Zündspannung induziert, welche sich aber im Fahrbetrieb nicht bemerkbar macht. Natürlich willst Du aber die Steckverbindungen richtig anbringen und zwar gehören die roten Kabel an die linken, blauen Anschlüsse, beidseits.

Hmmm… eine etwas geringere Zündspannung je nach ‚Richtung‘ des Stroms? Ich hab’s dann so gemacht und es funktioniert auch alles tadellos:

  • 1+4: rot auf linken blauen Anschluss, schwarz auf rechten schwarzen Anschluss
  • 2+3: rot auf linken blauen Anschluss, grün auf rechten schwarzen Anschluss

Dann ging es mit meinem Zusammenbau weiter:

  • Vergaser wieder einsetzen.
  • Luftfilter wieder einsetzen.
  • Tank und Vergaser verbinden.

Starten …

Zumindest theoretisch. Aber die Karre wollte nicht anspringen. Ich habe dann mehrmals das Benzin aus den Schwimmerkammern abgelassen. Immer wieder kamen kleine Schwebteilchen mit heraus. Irgendwann startete dann das Motorrad und pustete eine Fontäne Benzin aus dem Auspuff. Das wurde auch nach mehreren Versuchen nicht besser.

Etwas frustiert wurde mir klar, dass ich nun den Vergaser ausbauen und reinigen musste. So ganz wohl war mir nicht bei der Sache. Aber das Schrauberbuch gab zu allem hilfreiche Tipps. Zum Beispiel sollte man immer nur einen Vergaser auseinander schrauben, um keine Teile zu verwechseln. Das habe ich dann gemacht und die Kleinteile in einem Glas in Waschbenzin eingelegt, damit sich die verharzten Reste auflösen. Ich kann schon mal vorwegnehmen, dass das doch gar nicht so schlimmt war, wie es anfänglich schien. Für das Zerlegen des ersten Vergasers habe ich eine knappe Dreiviertelstunde gebraucht. Für die drei folgenden je 5 Minuten. Jetzt habe ich aber eine gute Ahnung, wie so ein Teil funktioniert. Nachdem die Kleinteile eine halbe Stunde im Benzin gelegen hatten, habe ich alle Düsen mit Druckluft ausgeblasen und den Vergaser wieder zusammen gebaut. Das ging erstaunlich schnell: Leerlaufgemischschraube mit Feder, Unterlegscheibe und O-Ring ganz rein und wieder die 1,75 Umdrehungen raus, wie sie laut Datenblatt sein sollen. Dann die Leerlaufdüse, Hauptdüsenträger und Hauptdüse rein. Schließlich das Schwimmernadelventil wieder an den Schwimmer eingehängt und die Baugruppe mit dem Lagerstift fixiert. Schwimmerwanne wieder drauf und schon ist der untere Teil zu. Im oberen Teil kommen noch der Schieber mit Membran und die Nadel samt Feder rein. Deckel drauf – fertig.

Das ging schon ziemlich leicht von der Hand. Schnell den Vergaser wieder eingesetzt, Vergaser geflutet und gestartet…

… nichts. Startet nicht. Mal hier und da ein kurzes husten – ansonsten kein Start möglich. Tja… was nun. Alles nochmal auseinander? Gucken ob ich da einen Fehler gemacht habe? Zerknirscht ergebe ich mich meinem Schicksal: Tank ab, Luftfilter raus, Airbox nach hinten und ich hab den Vergaser wieder in der Hand. Bevor ich den wieder zerlege lasse ich das Benzin ab.

Huch …, was ist das? Nur die ersten beiden Schwimmerkammern sind voll Benzin? Ist da wohl ein Schlauch verstopft? Also mache ich den Vergaser erst einmal äußerlich sauber, damit ich mir nicht den Dreck noch irgendwo hineinblase. Dann ziehe ich die Schläuche ab – das hatte ich vorher noch nicht gemacht – und puste alles nochmal mit Druckluft durch… auch das Kunststoffrohr, was die Schwimmerkammern verbindet.

Anschließend geht der Spaß erneut los: Vergaser rein, Airbox, Luftfilter, Tank, Fluten …

Als ich auf den Starter drücke und eigentlich nicht damit rechne, dass die Karre anspringt, erschrecke ich mich vor dem kurz bis auf 3000 U/min hochdrehenden Motor, der dann in ein ruhiges Gebrabbel bei knapp über 1000 U/min verfällt. Was ein cooles Geräusch…

Auch die Gasannahme ist sehr gleichmäßig. Ich lasse das Motorrad so erst einmal warm werden. Leider sinkt die Drehzahl mit wärmer werdendem Motor und er geht nach 2 bis 3 Minuten aus. Das trübt meine Laune jetzt nicht. Die Leerlaufdrehzahl ein bisschen höher gedreht und noch einmal gestartet. Leider geht der Motor wieder nach ein paar Minuten aus. Bevor ich hier nach der Ursache forsche, entscheide ich mich für eine kleine Fahrt um den Block. Vor allem will ich die verbliebenen 2-3 Liter des 1 1/2 Jahre alten Benzins mal ein wenig verdünnen und fahre zur nächsten Tankstelle. Der Motor fühlt sich anfänglich sehr gut an. je wärmer er allerdings wird, desto bockiger wird er. Er geht an der Ampel aus und ruckelt bei niedrigen Drehzahlen sehr unangenehm.

Mein Verdacht: das Gemisch ist zu mager. In der ursprüglichen Einstellung waren die Leerlaufdüsen auf 2,5 bis 2,75 Umdrehungen herausgedreht. Das muss ich jetzt noch einstellen. Das Problem gestern war allerdings, dass ich an die Schrauben nicht heran kam. Der Platz unter den Düsenschrauben ist gerade groß genug für ein Bit. Mit den bloßen Händen wollte ich aber nicht in den heißen Motor greifen. Also muss heute noch Spezialwerkzeug her:

Die Bit-Ratsche von Wera gibt es bei Louis. Ich hoffe ich komme heute Abend dazu, mich juckt es ja in den Fingern.

Jens

Nachtrag:

So, das ging schnell. Hab‘ auf dem Heimweg noch einen kleinen Umweg über Louis gemacht und dort die Bit-Ratsche, sowie Öl und einen neuen Ölfilter mitgebracht. Im Halbdunkel konnte ich dann den Vergaser noch einstellen. Da hat die Bit-Ratsche echt gute Dienste geleistet. Anschließend war das Öl so schön warm, dass der Ölwechsel schnell erledigt war.

Bei der darauffolgenden Testfahrt zeigte sich auch, dass das Gemisch tatsächlich zu mager gewesen ist. Nachdem ich die inneren beiden Vergaser auf 2,75 und die äußeren beiden auf 2,5 Umdrehungen eingestellt hatte, lief die Zephyr in allen Drehzahlbereichen wie am Schnürchen. Jetzt muss ich nur noch einen Termin beim TÜV machen… freu‘!